FAQ-Häufig gestellte Fragen

Wann beginnt die Regenerationsphase?

Unmittelbar nach der Geburt beginnt die Phase – Wochenbett und sie ist auch die Regenerationsphase, in der die Frau, die Mutter geworden ist, viel Erholung und Ruhe braucht, damit sich der strapazierte Körper regenerieren kann.

Wann beginnt die Rückbildungsphase?

Ab der 7. Woche nach der Entbindung beginnt die Rückbildungsphase. Sie dauert allgemein beschrieben solange wie eine Schwangerschaft, also etwa neun Monate lang. Während dieser Zeit regeneriert sich der Körper einer Frau, der die Belastung einer Schwangerschaft und der Geburt verkraften musste.

Wann beginnt man mit der Rückbildung an?

Wenn sie das Baby per Kaiserschnitt geboren haben, dann fangen sie erst ca. 8-10 Wochen nach der Geburt mit den aktiven Rückbildung an. Das gleiche gilt für eine vaginale Geburt mit Dammriss oder -schnitt.
 
Kam ihr Kind spontan (vaginal) zur Welt, dann dürfen sie schon ab der 7. Woche mit dem Beckenbodentraining beginnen.
 

Wann darf man nach der Entbindung wieder Sex haben?

Durch das Lösen der Plazenta (Mutterkuchen) entsteht eine Wunde in der Gebärmutter der Frau, die ca. 4 bis 6 Wochen Zeit braucht, um zu heilen. Außerdem bildet sich auch die Gebärmutter in diesen Wochen zurück, sonst würde sie auch beim Geschlechtsverkehr im „Weg stehen“. Aus diesem Grund raten die Gynäkologen in den meisten Fällen diese 4-6 Wochen abzuwarten, um ein Infektionsrisiko zu vermeiden. Allgemein betrachtet – versiegt der Wochenfluss, ist die Wunde geheilt. Hat die Frau einen Dammschnitt oder -riss, wird sie auch abwarten wollen, bis er verheilt ist. Manche Frauen fühlen sich früher fit und wollen früher Sex haben. Es empfiehlt sich in diesem Fall auf die Verhütung und Vermeidung von Infektionen mittels Kondom zu achten. Ein liebevoller und verständnisvoller Partner wird auch warten wollen, wenn sie ihm erklären, was ihr Körper in dieser Zeit durchmacht und dass sie dadurch ihren Liebsten nicht vernachlässigen, sondern ihrem Körper Zeit geben zu heilen. Vergessen sie nicht ihrem Partner das Gefühl zu vermitteln, dass er ihnen wichtig ist und sie ihn lieben; kuscheln und küssen sie sich so oft wie möglich und suchen sie seine Nähe, nur er gibt ihnen die Geborgenheit, die sie brauchen und die Intimität bleibt erhalten.

Wann bekommt man die Periode wieder?

Nach etwa 8 Wochen nach der Entbindung könnte die erste Periode theoretisch eintreten. Allerdings könnte die Stillzeit das Einsetzen der Regel verzögern. Da der Hormon Prolaktin während der Stillzeit die Reifung der Eizelle hemmt, bekommen viele Frauen erst nach dem Abstillen ihre Tage (das kann bis zu einem Jahr dauern). Allerdings – Stillen ist keine sichere Verhütungsmethode!

Schützt Stillen vor einer Schwangerschaft?

Stillen schützt nicht vor einer Schwangerschaft! Findet der erste Eisprung (meist unbemerkt) nach dem Wochenfluss statt, könnte eine Frau auch noch vor dem Einsetzen ihrer ersten Periode erneut schwanger werden, trotz Vollstillen. 

Wie lange hat man Wochenfluss?

Wochenfluss oder Lochien ist ein Wundsekret, das nach einer Geburt aus der Scheide der Frau abgesondert wird. Die Dauer beträgt ca 4 bis 6 Wochen und ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Es besteht aus Blut, Schleimhaut und Plazentagewebe und verändert während ihrer Dauer die Menge, den Geruch und das Aussehen. Nach einer Kaiserschnittgeburt ist die Dauer des Wochenflusses oft kürzer (2-3 Wochen). Wichtig: Hygiene in dieser Zeit ist das A und O und es wird empfohlen keine Tampons während dieser Zeit zu benutzen, sondern Binden und Vorlagen, um Kindbettfieber (Infektion) zu vermeiden.

Beckenboden, was ist das?

Unser Beckenboden besteht aus drei Muskelschichten (oberste, mittlere und unterste Schichten), Bändern und Bindegewebe. Er ist wie eine „Hängematte“ an den Knochen des Beckens fixiert und sorgt für die Stützung der inneren Organe, dadurch sorgt er für eine gute Haltung, da er mit der Bauch- und Rückenmuskulatur zusammenarbeitet. Er verschließt den offenen Becken nach unten und sorgt für das Funktionieren von Blasen- und Darmschließmuskeln, da die Harnröhre, Scheide und der Enddarm durch den Beckenboden verlaufen. Die starke Beckenbodenmuskulatur ist auch für die erfüllte Sexualität sehr wichtig. 

Frauen können sehr wohl durch das bewusste Trainieren der Beckenbodenmuskulatur (egal, ob vor, während oder nach einer Schwangerschaft, oder ihr ganzes Leben lang) viel für ihre Gesundheit beitragen, sie müssen es nur tun!  Auf einen Blick: ist ihre Beckenbodenmuskulatur trainiert und stark, werden ihre innere Organe gestützt, ihre Haltung ist stabil, ihr Bauch hängt nicht durch, die Blasen- und Darmschließmuskeln funktionieren wie sie sollen. Das betrifft Frauen wie Männer!
 
Trainieren sie täglich: legen oder setzen sie sich hin und ziehen sie die Beckenbodenmuskulatur zusammen – anspannen, halten, entspannen. Wenn sie nicht wissen, welche Muskeln es sind, dann versuchen sie es zuerst beim Urinieren: das bewusste Zusammenziehen der Beckenbodenmuskulatur bei Frauen und Männern (!) lässt den Urinstrahl unterbrechen. Wenn sie die Beckenbodenmuskulatur wieder entspannen und loslassen, können sie weiter urinieren. Jetzt haben sie diese Muskel bewusst entdeckt. Wer geübt ist, kann diese Übungen, die Kegelübungen heißen, sogar im stehen, sitzen, Autofahren usw. unbemerkt für andere ausführen.

Was tun bei Inkontinenz?

Beim unwillkürlichen Harnverlust liegt eine Harninkontinenz vor. Die meisten nennen es Blasenschwäche, dabei ist Blase nicht unbedingt dafür verantwortlich. Können sie nach der Schwangerschaft und Geburt den Urin nicht halten, dann finden sie sich nicht damit ab. Es liegt in ihrer Hand, diese Beschwerden weg zu bekommen. Starten sie mit dem Beckenbodentraining und dem Rückbildungskurs. Vergessen sie nicht, die Muskeln und Bänder ihres starken, trainierten Beckenbodens stützen den Blasenschließmuskel, so dass die Beschwerden nach einigen Monaten verschwinden werden.
 
Können sie nach der Entbindung die Darmgase und den Darminhalt nicht willkürlich im Enddarm halten, liegt eine Stuhlinkontinenz vor. Auch hier gilt dasselbe wie bei einer Harninkontinenz – Beckenbodengymnastik absolvieren!

Was tun bei Gebärmuttersenkung?

Durch die natürliche Geburt wird der Beckenboden einer Frau arg gedehnt und es kann sogar zu Muskeleinrissen und auch zu Abrissen der Muskelansätze an der Beckenwand kommen. Durch die Überdehnung ist die Beckenbodenmuskulatur geschwächt und kann ihre Aufgabe (Organe stützen, unter anderem auch die Gebärmutter) nicht richtig erfüllen. Es kann zu einer Gebärmuttersenkung führen, die sich in vier Schweregraden unterteilt:
 
1. Gebärmuttersenkung, die nicht bis zum Scheideneingang reicht
2. Gebärmuttersenkung, die bis zum Scheideneingang reicht
3. Gebärmuttersenkung über den Scheideneingang hinaus
4. Totalprolaps oder Gebärmuttervorfall, die Gebärmutter tritt aus der Scheide aus (selten).
 

Wenn sie ziehende Unterbauchschmerzen, Druckgefühl nach unten oder ein Gefühl versprüren, als befände sich ein Fremdkörper in der Scheide, dann lassen sie sich von einem Gynäkologen untersuchen. Liegt tatsächlich eine Senkung vor, wird er ihnen die konservative Therapie ans Herz legen – ein gutes Beckenbodentraining stärkt die Beckenbodenmuskulatur. In den schweren Fällen, wenn die konservative Therapie keine Besserung bringt, wird er ihnen eine operative Behandlung vorschlagen. Deshalb sollten Frauen schon in ihrer Jugend anfangen, den Beckenboden zu trainieren und besonders vor, während und nach der Schwangerschaft die Übungen nicht vernachlässigen. So können sie aktiv vorbeugen.

Wichtig: tragen sie keine schweren Lasten. Beim Heben (heben sie nicht zu schwer) gehen sie mit geradem Rücken in die Hocke und tragen sie das Gewicht möglichst nahe am Körper.

Was ist Rektusdiastase?

Eine Rektusdiastase liegt vor, wenn ein Spalt zwischen den geraden Bauchmuskeln entsteht. Durch die fortschreitende Schwangerschaft werden die geraden Bauchmuskeln gedehnt und in Nabelhöhe zur Seite gedrängt (der linke Strang zur linken Seite und der rechte Bauchmuskelstrang zur rechten Seite), um dem Baby Platz zu schaffen. Dadurch bildet sich diese Spalte. Nach der Geburt bildet sie sich innerhalb weniger Monate zurück, allerdings könnte es auch zu Problemen führen,wenn sich die Bauchwand nicht vollständig schließt, z. B. Rückenschmerzen, Nabelbruch, Instabilität der Körpermitte usw.; deshalb sollte zur Behandlung der Rektusdiastase ein Beckenbodentraining (es gibt spezielle Übungen für diese Problematik) absolviert werden. Es ist wichtig, zuerst die queren und schrägen Bauchmuskeln zu kräftigen und erst dann die langen, was sie mittels und dank der Rückbildungsgymnastik hinkriegen werden. Die betroffenen Frauen sollten auf keinen Fall schwere Lasten heben und auf keinen Fall Sit-Ups machen, sowie in den ersten Monaten nach der Geburt über die Seite aufstehen.

Stillen und Sport, geht das?

Natürlich. Mütter müssen nur darauf achten, eine passende Sportart zu wählen (vorher einen Rückbildungskurs machen) die ihre große Brust nicht zu sehr belastet, da sie während der Stillzeit größer und schwerer geworden ist . Aus diesem Grund sollte man bei Ausübung einer Sportart unbedingt einen gut sitzenden und stützenden Sport-BH tragen. Wichtig: trinken sie ausreichend, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sonst produziert ihre Brust weniger Milch. Und keine Sorge, ihre Milch wird nicht „sauer“. Wichtig ist, nicht übertrieben viel zu trainieren, sondern moderat.