Tipps

Der richtige Zeitpunkt für die Rückbildungsgymnastik

 

Die Beckenbodenmuskulatur einer Frau wird besonders während einer Schwangerschaft und der Geburt sehr beansprucht, da sie stark gedehnt wird. Um diese Muskulatur nach der Entbindung wieder zu kräftigen, wird die Rückbildungsgymnastik empfohlen und angewendet, die bei manchen Frauen schon nach einer kurzen Zeit gute Resultate bringt, während es bei den anderen länger dauert, bis diese Muskulatur gekräftigt wird. Die Dauer der Rückbildungsphase ist mit den folgenden Eigenschaften verbunden wie: körperliche Veranlagung, Bindegewebe-Zustand, Anzahl der Geburten, Alter der Mutter usw.

Wann sollten Sie nun mit dem Beckenbodentraining beginnen? Es wird allgemein empfohlen ca. 6 bis 8 Wochen nach der spontanen (vaginalen) Entbindung mit den Übungen zu starten. Von einer zu frühen Teilnahme am Rückbildungskurs, also kurz nach der Geburt, wird abgeraten. Auch wenn sie sich gut fühlen, wird ihnen die Hebamme raten, etwas zu warten, besonders, wenn sie eine Kaiserschnitt-Geburt hinter sich haben. In diesem Falle sollte man erst nach 8-10 Wochen mit dem Training beginnen, das gleiche gilt auch für die  spontane Geburt mit Dammriss.

Sie können und dürfen natürlich ein paar Wochen nach der Geburt leichte Beckenbodenübungen zuhause absolvieren, das heißt aber nicht, dass sie sich verausgaben und sportliche Leistungen in Angriff nehmen sollen. Denken sie daran, dass ihr Beckenboden während der letzten neun Monaten gedehnt wurde und deshalb sehr schnell ermüdet. Deshalb machen sie nur kurze und leichte Übungen, dafür mehrmals am Tag.

Fangen Sie nicht mit einem falschen Sportprogramm an…

…auch nicht zuhause! Ihrer Gesundheit zuliebe trainieren sie zuerst ihren Beckenboden, bis er gut funktioniert. Wenn sie, ohne eine entsprechende Rückbildungsgymnastik vorher absolviert zu haben, ins Fitnessstudio gehen oder zuhause mit Bauch-Beine-Po-Übungen anfangen, riskieren sie eine zusätzliche Schwächung ihrer Beckenbodenmuskulatur, die schwere Folgen nach sich ziehen kann. 

Spätfolgen

Fangen sie unmittelbar nach der Geburt mit den bewegungsstarken Sportarten und Programmen an, ohne vorher sich ihrem Beckenboden zu widmen, werden sie früh oder spät viele Beschwerden bekommen, mit denen sie sicherlich nicht gerechnet haben.

Sie werden zum Beispiel merken, dass unter bestimmten Belastungen der Urin nicht ganz zurück gehalten werden kann. Zunächst sind es vielleicht Tröpfchen, später führt dies zu Harninkontinenz. Das ist nicht nur unangenehm, sondern belastend und schränkt eine Frau enorm im sozialen Leben ein. Wenn sie bei Husten, Niesen oder Lachen Urin ver-

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lieren, oder sogar beim Laufen und Treppensteigen ungewollt einnässen, dann ist ihr Beckenboden sehr geschwächt und es liegt eine Organsenkung vor. In diesem Fall kann ihr Beckenboden keine Stütze mehr für ihre Organe sein und er ist durch die Überdehnung und Schwächung nicht mehr in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen. 

Infolge einer Beckenbodensenkung kommt es zu allgemeiner Senkung: Gebärmutter, Harnblase und Rektum, außerdem kann es auch zu sog. Scheidensenkung (Scheidenvorfall) kommen. Häufig begleiten alle diese Beschwerden Unterleibs- und Rückenschmerzen und nicht selten kann eine Stuhlinkontinenz auftreten. Dazu kommt sexuelle Unlust dazu, weil man beim Geschlechtsverkehr Schmerzen empfindet.

Auf alle diese Beschwerden gehe ich in meinem Blog und FAQ ausführlich ein. Informieren sie sich gut, wenn ihnen ihre Gesundheit wichtig ist! Denn auch gut trainierte Frauen können eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur aufweisen, wenn sie diesen Muskeln keine Beachtung schenken.

Wichtig für Sie – einen guten Rückbildungskurs  finden

Ob sie nun offline oder online einen Rückbildungskurs finden, wichtig ist es, einen guten Kurs zu belegen, unter richtigen und versierten Anleitung, fachkundigen und erfahrenen Kursleitung, die ihnen auf verständliche Weise beibringen kann, wie sie effektiv ihre Beckenbodenmuskeln trainieren sollen. 

Scheuen sie sich nicht auch die peinlichsten Fragen zu stellen, denn es geht um ihre Gesundheit, ihren Körper, der eine gute Be-

handlung verdient. Mütter müssen sich um so viele Dinge kümmern, außer dem Baby und weiteren Kindern ist der Haushalt zu versorgen, Einkäufe erledigt werden usw. Dabei übernehmen sich viele Frauen, wenn sie sich nicht schonen, Schweres tragen und ihr geschwächter Körper nicht den richtigen Umgang mit der Belastung des Alltags lernt. Deshalb ist es um so notwendiger zu verstehen, wie wichtig es ist, die physiologische, muskuläre und anatomische Zusammenhänge nachzuvollziehen, wie die Beschwerden nach einer Geburt zu lindern sind. Genau das sollte es ihnen in einem guten Rückbildungskurs vermittelt werden.

Rückbildungskurs mit Baby

Es ist wirklich nicht einfach mit einem Baby den Alltag zu meistern, stillen, wickeln und auch noch zum Rückbildungskurs gehen. Es ist daher gut, wenn sie jemanden haben, der auf ihr Baby währenddessen aufpassen kann, damit sie sich stressfrei nur auf sich selbst konzentrieren können. Denn Übungen mit Babys zusammen sind keine Beckenbodenübungen, höchstens Bewegungsspaß für Mama und Kind. Natürlich darf ihr Baby auch mitkommen, wenn es erlaubt ist. 

Vielleicht wollen sie aber ihr Training dann absolvieren, wenn ihr Baby gerade schläft, dann ist ein guter online Rückbildungskurs die bessere Alternative für sie. Wichtig ist darauf zu achten, nicht irgendein youtube Laien-Video zu benutzen, sondern eine qualitativ wertvolle Anleitung von einer versierten Fachkraft, die ihnen präzise erklären und zeigen kann, was sie tun müssen, um schnelle und gute Ergebnisse erzielen zu können. Glauben sie mir, sie werden es nicht bereuen, sondern davon nur profitieren. 

Denken sie immer daran: ihr Ziel ist es –  eine stabile Körpermitte zurückzuerhalten. Stabile Körpermitte bildet die Basis für alle anderen Sportarten, die sie vor der Schwangerschaft und Geburt ausgeübt haben

Dieses Ziel wird durch ein gezieltes Beckenbodentraining erreicht, wenn sie konsequent die Übungseinheiten absolvieren werden, die sie im Rückbildungskurs gelernt haben. Diese können sie in ihren Alltag integrieren und sogar unbemerkt für andere ausüben (natürlich nicht alle). Ich hoffe, sie nehmen sich alle Ratschläge und Tipps zu Herzen, denn vom Beckenbodentraining hängt nicht nur ihre Gesundheit ab, sondern so vieles mehr!

In erster Linie profitieren sie als Frau am meisten davon. Sie vermeiden dadurch allle der oben beschriebenen Beschwerden/Erkrankungen und beugen vor. Andererseits werden sie schneller fit, ihr Bauch wird gestrafft und der Heilungsprozess findet schneller statt. Nicht zu vergessen ist, dass auch ihr Sexualleben sich deutlich bessert, dank der starken Muskulatur des Beckenbodens und auch ihr Partner trägt nur Vorteile davon und ihre Beziehung bleibt harmonisch. 

Entscheiden sie sich für ihre Gesundheit und tun sie etwas dafür – starten sie mit einem Beckenbodentraining! Es ist nie zu spät, auch wenn sie keine kleine Kinder mehr haben. Tun sie es, jetzt!